Die Transformation hin zu einer klimafähigen Wirtschaft braucht mehr als gute Ideen - sie braucht Menschen, die ins Handeln kommen und Verantwortung übernehmen. Vom 19. bis 25. Oktober 2026 fand in München zum ersten Mal die Munich Climate Week statt, und wir durften sie als offizieller Partner mitgestalten.
Im Rahmen von zwei eigenen Veranstaltungen sind wir der Frage nachgegangen, wie der Weg von der Klima-Betroffenheit zur unternehmerischen Wirksamkeit aussehen kann und wie wir uns dem eigenen Beitrag zu einer regenerativen Zukunft nähern können.
Die Munich Climate Week fand vom 19. bis 25. Oktober 2026 erstmalig statt - nach dem Vorbild der Climate Weeks in London und New York und als stadtweite, gemeinschaftlich getragene Initiative. Eine Woche lang wurde München mit über 300 Veranstaltungen an unterschiedlichsten Orten zu einem Raum für Austausch und Vernetzung zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das Programm reichte von Vorträgen und Workshops über kulturelle Formate bis hin zu praxisnahen Angeboten und Erlebnissen.
Das Anliegen dahinter: Klimaschutzlösungen in München voranzubringen und konkretes Handeln sichtbar, zugänglich und umsetzbar zu machen.
Von Klima-Betroffenheit zur (unternehmerischen) Wirksamkeit
Die Klimakrise fordert uns alle. Doch wo genau liegt Deine Wirksamkeit — persönlich, in der eigenen Gründung, im Unternehmen oder als Geschäftsführung? Dieser Frage widmeten wir uns am Dienstagabend gemeinsam mit unternehmerischen Persönlichkeiten aus dem KU Ökosystem. In vier kurzen Impulsen erzählten sie, wie sie ihre eigene Antwort gefunden haben und heute konkret wirksam sind.
Zentrale Perspektiven, die wir mitnehmen:
Zwischen Betroffenheit und Wirksamkeit liegt der Weg des persönlichen Wachstums – und damit verbunden auch die Suche nach dem eigenen Anliegen. Den einen richtigen Weg in die Wirksamkeit gibt es dabei nicht. Ob im Kleinen oder im Großen: Jede:r kann den eigenen Weg finden, für das Klima wirksam zu werden. Außerdem lässt sich der eigene Weg auch unabhängig von Stationen und Erfolgen immer wieder in eine neue Form der Wirksamkeit entfalten.
Wie das Klima können auch wir im unternehmerischen Alltag aus dem Gleichgewicht geraten. Als Unternehmer:in oder Führungskraft laufen wir mal zu heiß, getrieben von Druck und Tempo, mal begegnen wir anderen zu kalt und zu distanziert. Veränderung gelingt im Unternehmen wie beim Klima erst dann, wenn wir die Mitte gefunden haben. Dabei hilft beides: der Spiegel, den uns andere von außen vorhalten, und die innere Wahrnehmung dafür, wann wir uns zu weit von unserer Mitte entfernen.
Wer sich in sein Vorhaben verliebt, braucht den Mut, verliebt zu bleiben. Eine klare Vision und eine bewusste Ausrichtung tragen durch die Höhen und Tiefen des unternehmerischen Weges, vor allem dann, wenn wir uns immer wieder mit ihnen rückverbinden und unseren Werten folgen. Dazu gehört, auf die eigene Intuition zu hören und mutig Schritte zu gehen, auch wenn im Außen Gegenwind aufkommt.
Wachstum kann unterschiedliche Tempi haben. Es liegt eine eigene Kraft darin, sich organisch und im eigenen Rhythmus zu entwickeln. Wirksamkeit und Gewinn zeigen dabei nicht immer in dieselbe Richtung. So ist es beispielsweise manchmal der wirksamere Weg, neue Kund:innen zu gewinnen und so die Wirkung des eigenen Produkts in die Breite zu tragen, statt sich auf das einfachere Geschäft mit bestehenden Schlüsselkund:innen zu konzentrieren.
Unternehmerische Verantwortung ist ganzheitlich und zieht sich durch jede Entscheidung. Sie beginnt beim Produktdesign und bei der Wahl der Materialien. Sie zeigt sich in einer Unternehmenskultur, die werteorientiertes Arbeiten fördert und sie reicht bis zur Form des Unternehmens selbst. So ist beispielsweise die Überführung in Verantwortungseigentum ein Weg, das Kernanliegen und die Werte eines Unternehmens über die heutige Generation hinaus zu sichern.
Neue Lösungen brauchen Experimentierfelder und Brücken. Für klimaneutrale und regenerative Lösungen fehlen noch zu oft Räume, in denen ausprobiert, verworfen und weiterentwickelt werden darf. Neuer Mehrwert und echte Wirksamkeit entstehen dort, wo Wissenschaft und Praxis einander begegnen und Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen gemeinsam denken und handeln.
Ein großer Dank für die praxisnahen Einblicke und spannenden Perspektiven gilt an dieser Stelle unseren Impulsgebenden:
Dein Beitrag zu einer regenerativen Zukunft!?
Ein wirksamer Beitrag für eine regenerative Zukunft braucht innere Klarheit. Klarheit über die eigenen Stärken, die wir einbringen können. Klarheit über die Werte, mit denen wir wirken und leben möchten. Und Klarheit über die Herausforderungen, die uns wirklich berühren.
Mit dieser Haltung machten wir uns am Samstagvormittag gemeinsam auf den Weg: Bei Wind und Sonne führte unser Reflexions-Parcours die Teilnehmenden zwei Stunden lang durch den Englischen Garten. In drei Etappen und durch unterschiedliche Arbeits-Modi - von stillem Gehen über den Dialog mit anderen Teilnehmenden bis hin zu Offenem Zuhören - kamen die Teilnehmenden ihrem eigenen Kernanliegen ein Stück näher.
Was hier deutlich wurde: Oft trauen wir uns an tiefergehende Fragen wie "Was will ich wirklich, wirklich?" gar nicht erst heran, weil sie uns besonders groß erscheinen. Abseits des Gewohnten und mit den richtigen Methoden jedoch kann ein Raum entstehen, in dem sich diese bedeutenden Fragen ein Stück leichter - und oft auch schneller als erwartet - beantworten lassen.
Die erste Munich Climate Week hat gezeigt, wie viel Kraft in einer Stadt liegt, wenn Menschen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenkommen, um Zukunft gemeinsam zu gestalten. Für uns bleibt vor allem eine Gewissheit: Unternehmerische Wirksamkeit für eine klimafähige Wirtschaft beginnt im Inneren – mit der Klarheit über das eigene Anliegen, mit dem Mut, ihm zu folgen, und mit dem Vertrauen, dass jeder Beitrag zählt. Aus dieser Haltung heraus kann ein Unternehmertum wachsen, das aktiv zur Regeneration von Menschen, Gesellschaft und Planet beiträgt.
Ein besonderer Dank gilt unseren Impulsgebenden, die ihre Wege, Erfahrungen und Erkenntnisse so offen mit uns geteilt haben. Ebenso danken wir allen Teilnehmenden, die mit ihren Fragen, ihrer Offenheit und ihrem Teilsein beide Veranstaltungen mitgeprägt haben - sowie dem Luitpold Block für die Ortspartnerschaft. Ein großes Dankeschön auch an das gesamte Team der Munich Climate Week, das diese erste Ausgabe mit so viel Herzblut möglich gemacht hat.
Das KU Orientierungs-Programm
Du spürst, dass in Dir ein Beitrag schlummert, und willst herausfinden, wie er konkret aussehen kann? Das KU Orientierungs-Programm ist für alle, die einen unternehmerischen Funken in sich spüren und ihre Potentiale und Talente sinnvoll einsetzen wollen. Egal ob Du beruflich gerade erste Wege gehst, neue Wege suchst oder mit reicher Erfahrung weiter gehen willst.
In 6 Monaten Begleitung unterstützen wir Dich dabei, Klarheit über Dein Anliegen zu gewinnen, Deinen inneren Kompass zu schärfen und unternehmerische Ideen in konkrete Schritte zu verwandeln. Im Austausch mit Menschen aus verschiedenen Lebensphasen gewinnst Du außerdem neue Perspektiven für Deine Zukunftsgestaltung. Das Programm startet Ende Januar 2027 in drei Kohorten: für Menschen in Schule, Ausbildung oder Studium, für Menschen mitten im Berufsleben und für Menschen im Übergang oder Ruhestand.