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Der Brückenschlag ist eine Haltung.

Von Übergängen für neue Zugänge

Brücken schaffen Verbindungen. Zwischen Stadt und Land, Mensch und Natur, Disziplinen und Perspektiven. Sie öffnen uns neue Anbindungen und überspannen dabei nicht selten Hindernisse. Dabei sind sie mehr als eine rein funktionale Konstruktion. Brücken setzen uns in Beziehung mit dem Gegenüber, mit der anderen Seite. Sie schenken uns neue Blickwinkel. Zu welchen Überführungen befähigen uns Brücken heute? Welche neuen Ufer wollen wir erreichen? Und welche ihrer Fähigkeiten liegen vielleicht schon in uns selbst?

Das Verbindende liegt in der Natur der Brücke. So wie auch in der Natur des Menschen. Sie gibt dem Streben nach Begegnungen eine Form. Sie ist Ausdruck der Offenheit und Neugier, die Menschen verbindet. Sie veranschaulicht, dass vermeintlich Getrenntes miteinander verbunden sein kann, ohne Eins sein zu müssen. Übergänge für Zugänge, die uns ein gutes Zusammenleben ermöglichen.

So wie Brücken einst Verkehr und Handeln oder Kunst und Kultur zu Veränderungen bewegten, wirken sie heute weiter in unser Leben hinein. Waren es einst physische Brücken zwischen Stadtteilen, Regionen, Ländern und auch Kontinenten, die Nebeneinanderliegendes zusammenführten, verbinden sie uns heute auch im digitalen Raum über weite Entfernungen hinweg. Sie erleichtern uns das Leben durch kürzere, bzw. andere Wege. Im virtuellen Raum führen sie uns auch zu einem Gegenüber, das wir – anders als bei einer klassischen Brücke – zuvor noch gar nicht sehen konnten. Entlang vermeintlich unsichtbarer Brücken reisen wir innerlich von Videokonferenz zu Videokonferenz, von Ort zu Ort, Thema zu Thema, über Brücken und Brücken. Dabei kommen immer wieder Veränderungen in Bewegung, die wir auch im Außen spüren.

Im Alltag sprechen wir von „unserer“ Seite, oder auch von der „einen“ und der „anderen“ Seite. Das setzt voraus, dass es ein Gegenüber gibt. Dass die eine Seite nicht für sich allein steht, auch wenn wir von ihr allein ausgehen. Dass es Mehrdeutigkeiten geben darf, die nicht auf Eindeutigkeiten reduziert werden müssen. Diese Ambiguität zuzulassen, ist vielleicht insbesondere in den heutigen Zeiten, in denen Meinungsverschiedenheiten immer wieder unüberbrückbar scheinen, wichtig. Denn Brücken bauen können wir unentwegt, ohne uns selbst oder die andere Seite zu unterminieren. Wenn wir uns eine Veränderung wünschen, brauchen wir dazu schließlich auch das Gegenüber. Brücken wirken als Katalysator für das Neue. Das Innovative entsteht aus der Kollektivität – aus den Unterschiedlichkeiten und deren Verbindungen. Auch Kreativität und Unternehmertum fußen auf der Begegnung, dem Dialog und Zusammenwirken mit anderen. Nicht ohne Grund, tragen wir beispielsweise in Organisationen eine bestimmte Rolle und arbeiten aus verschiedenen Perspektiven heraus gemeinsam an Antworten und Lösungen.

Brücken verbinden immer. Menschen, Generationen, Orte, Organisationen, Disziplinen und Perspektiven. Und wenn wir Martin Heideggers dichterischen Impuls „Wir sind der Steg. Der Steg ist uns.“ wortwörtlich nehmen, liegt das Potential der Brücke in uns selbst. Ein:e jede:r von uns sammelt vielfältige Erfahrungen und erlebt sich in mehreren Rollen. Sie geben unsere inneren Landkarten eine Form und Orientierung zwischen den unterschiedlichen Landschaften. Im Gang über Brücken können wir neue Blickwinkel einnehmen, Dinge anders in Beziehung zueinander setzen und erkennen, was um uns herum geschieht. Als Menschen und auch als Organisationen. Fähigkeiten, die insbesondere inmitten unserer veränderungsreichen Zeiten Halt(ung) und Zuversicht schenken. Wie sollten wir auch Neues erfahren, würden wir allein auf unserer Seite verweilen? Zurückgehen geht immer. Aufeinander zugehen auch. Mit (Groß-)Mut. Ein Ökosystem, verbunden durch vielerlei Brücken, schenkt Bewegungs- und Begegnungsfreiheit. Wir leben von Brücken.

Das Bauen, Revitalisieren und Stabilisieren von Brücken ist auch Teil des KU Kernanliegens. Für eine neue unternehmerische Haltung, die gesellschaftliche Fragen in ihrem Kern trägt – das Gesellschaftsgestaltertum. Die Brücken, die im Rahmen der KU Bildungsformate und Projekte zwischen Akteur:innen entstehen oder die Verbindungen, die sich in unserem Ökosystem weiterentfalten, setzen Potentiale frei. Potentiale, unser (Zusammen-)Leben und (Zusammen-)Arbeiten wirklich wirklich anders zu denken und im Sinne einer resonanzvollen Gesellschaft neu zu gestalten. Anfang(en) und Ende sind Teil einer jeden Brücke. Am wichtigsten ist für beide Seiten vermutlich das Setzen des ersten Steins. Der initiale Handlungsimpuls für einen Übergang zu neuen Zugängen. Welche Brücken schlägst Du jetzt?

Leonie Novotny
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Leonie Novotny

Kuration & Kommunikation

Leonie Novotny widmet sich in ihrem Tun als Autorin und Kuratorin der inneren Schönheit, die sich im WESENskern von Individuen, Familien und Unternehmen findet. Inspiriert durch die Vielfalt der lebendigen Sprache, hält sie diesen Kern für das WESENtliche, das es zu entdecken und für andere in Begegnungen spürbar zu machen gilt. In diesen lässt sich für sie das WESENtliche individuell (er)greifen – das ist für sie die Schönheit, in der wir alle zu einem guten und erfolgreichen Leben finden.

Ihrem Sinn für unkonventionelle Verbindungen folgend, studierte sie Kommunikations- & Kultur­wissen­schaften an der Zeppelin Universität, absolvierte eine Sprecher:innen­ausbildung und ent­wickelte ihren Blick für das WESENtliche im Rahmen einer Ausbildung zum Business-Coach weiter. Heute arbeitet sie zusammen mit einer Handvoll ausgewählter Partner, zu denen auch KU zählt.

Bei KU co-verantwortete Leonie vier Jahre lang neben der inhaltlichen Kuration der Bildungs­formate all das, was KU in die Welt kommuniziert, führt seit Beginn 2022 die neue Generation im Kollektiv an diese Aufgaben heran und wird KU weiterhin projektbasiert als Partnerin verbunden bleiben.

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