Menü öffnenschließen
Du bist gerade hier:

Was verstehen wir unter Unter­nehmer­tum?

Seit Beginn unseres Wirkens begreifen wir Unternehmertum allen voran als eine Haltung und definieren den Begriff des Unternehmers und der Unternehmerin deutlich weitreichender als in der klassischen Wirtschaftsliteratur. Vielmehr als konkrete wirtschaftlichen Strukturen sind Attribute wie Kreativität, Begeisterungs- und Durchsetzungsfähigkeit von Relevanz. Sie sind sektorenübergreifend und interdisziplinär.

So halten wir es in unserer Sicht auf den Begriff des Unternehmertums ganz mit dem Social-Entrepreneur-Pionier und Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus: Wenn wir den "Unternehmer" 'im weiteren Sinne definieren, können wir den Charakter des Kapitalismus radikal ändern.

Unternehmertum ist eine Haltung.

Unternehmertum bedeutet für uns die Fähigkeit die eigenen Potentiale und die aus relevanten Umfeldern zur Entfaltung zu bringen und damit eine treibende Kraft zu entwickeln, die durch das Herbeiführen einer Innovation vorhandene Strukturen evolviert oder gar revolutioniert.

In der klassischen Entrepreneurship-Literatur lassen sich „Idealtypen des Unternehmetums" wie der "Schmupeter‘sche Innovator bzw. schöpferische Zerstörer" oder auch der "Kirzner’sche Nischenentdecker" finden. Friedrich August von Hayek beschreibt als bedeutender Ökonom aber schon Mitte des 20. Jahrhunderts den Unternehmer sowohl als "Produkt wie auch als Motor des kulturellen Evolutionsprozesses" und diese Sichtweise ist in aktuellen Zeiten, in denen Grenzen zwischen Sektoren und Disziplinen zunehmend miteinander verschmelzen und die Fragezeichen zu unserer (Weiter-)Entwicklung als Gesellschaft immer größer zu werden scheinen, wohl aktueller denn je.

Mit KU stehen wir für die Schnittstelle zwischen Unternehmertum und Gesellschaft und haben die Vision, mit dem Gesellschaftsgestaltertum eine neuer unternehmerische Haltung zu prägen, die unternehmerische Innovationen mit gesellschaftlicher Resonanz als ihr Kernanliegen begreift.

Der in den letzten Jahren stärker aufkommende Ansatz des Social Entrepreneurship liegt dieser Sichtweise nicht fern, jedoch möchten wir unabhängig spezifischer und bestehender Definitionen eines zukunftsfähigen Unternehmertums den Blick darauf richten, was die einzelnen Sichtweisen miteinander verbindet und da ansetzen wo eine gesellschaftliche Wirksamkeit von Unternehmertum beginnen kann. Ob dieser Impuls im Rahmen eines traditionsreichen Familienunternehmemens oder eines neugegründeteten Start-Ups manifest wird, im Rahmen von Projekten in der Kultur- und Kreativwirtschaft verwirklicht, von engagierten Einzelpersonen im sozialen Bereich gelebt wird oder Akteure aus dem öffentlichen Sektor sich für das Mitgestalten von Zukunft in eine unternehmerische Haltung begeben - die Haltung des Gesellschaftsgestaltertum verstehen wir sowohl interdisziplinär als auch generationenübergreifend.

Joseph Beuys prägte einst den berühmtem Satz "Jeder Mensch ist ein Künstler" und wandelte damit das Zitat von Novalis "Jeder Mensch kann ein Künstler sein" von der Möglichkeit in eine Tatsache um. Der Künstler schuf somit ein Bewusstsein für die eigene schöpferische Kraft, welche im eigenen Denken begründet liegt. Gerne würden wir diese Aussage ergänzen und den Satz prägen "Jeder Mensch ist ein Gesellschaftsgestalter". Dies ist unser Aufruf, sich den eigenen Fähigkeiten und Potentialen hinsichtlich einer aktiven Mitgestaltung unserer gesellschaftlichen Zukunft bewusst zu werden und in einer unternehmerischen Haltung seinen Beitrag zu leisten.

Im Rahmen unserer Forschungsarbeit haben wir uns in der Tiefe mit unterschiedlichen Defintionen von Unternehmertum und dessen multipler Anätze gewidmet. Dabei wurden sowohl die klassische Standardwerke von Schumpeter und von Hayek, als auch neuere Betrachtungsweisen wie bspw. Kirzner untersucht.
Ergänzt wurden und werden diese theoretischen Betrachtungen stetig durch unsere Erfahrungen aus der Praxis im Rahmen unserer Projekte und Bildungsformaten, so wie unzähligen Gesprächen mit diversen Akteuren aus unserem Ökosystem.