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Eine Frage an unseren Impulsgeber Thomas Sattelberger.

Thomas Sattelberger kämpft mit eisernem Willen gegen geschlossene Systeme in Unternehmen, in der Gesellschaft und gegen die daran geknüpfte Chancenungleichheit. Zwischen 1975 und 1994 arbeitete er für den heutigen Daimler-Konzern in unterschiedlichen Geschäftsfeldern, so auch für die Gestaltung innovativer Personalentwicklungskonzepte. Unter all den Stationen seiner beruflichen Karriere ist Sattelberger aber besonders stolz auf die Gründung der ersten Corporate University in Deutschland, der Lufthansa School of Business. Thomas Sattelberger beschreibt sich selbst als gewaltloser Rebell - so sind wir gespannt, ob er mit seinem Impuls auf unserem Kongress eine kleine Rebellion anzetteln wird.

Du beschreibst Dich selbst als "gewaltloser Rebell" - wie ist das zu verstehen und sollten Unternehmer:innen heutzutage ebenfalls "rebellischer" sein?

Herausforderungen und Problemstellungen werden immer komplexer - tradierte Lösungsmuster und Rezepte taugen oft nicht mehr. Doch Menschen klammern sich an das bewährte Alte. Dagegen gilt es zu rebellieren und mit neuen Alternativen und kreativen Lösungsansätzen zu konfrontieren. Dabei setze ich auf die Kraft der Sprache, der Debatte und der Argumente.

Thomas Sattelberger
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Thomas Sattelberger

Rebell, Reformer & Macher

Er selbst beschreibt sich als gewaltloser Rebell, sein Umfeld als Reformer. Thomas Sattelberger ist in Munderkingen geboren, der kleinsten Stadt im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg. Seine Eltern – der Vater Verwaltungsbeamter, die Mutter Hauswirtschaftslehrerin – bringen ihm früh bei, Urteilskraft und Differenzierungsvermögen zu entwickeln und Verständnis für andere Kulturen und Mentalitäten. So hat Sattelberger sich schon in der Jugend gegen die Verhütungspolitik der katholischen Kirche, gegen die NPD und gegen den Vietnamkrieg eingesetzt und für mehr Schülerrechte gekämpft. Auf einer Demonstration habe er sogar mal einen Pflasterstein in der Hand gehabt, diesen aber rasch wieder fallen lassen.

Die jungen Jahre des Sturm und Drangs prägen den Macher und regen ihn zum Umdenken an. Er merkt schnell, dass die von ihm früher verteufelte Marktwirtschaft zwar nicht für jeden das Paradies auf Erden sein kann – aber für eine Gesellschaft die einzig vernünftige Grundlage. Zwischen 1975 und 1994 arbeitet Sattelberger für den heutigen Daimler-Konzern in unterschiedlichen Geschäftsfeldern, so auch für die Gestaltung innovativer Personalentwicklungskonzepte. Er erhält diverse Auszeichnungen, unter anderem für das von ihm mitherausgegebene Buch „Das demokratische Unternehmen. Neue Arbeits- und Führungskulturen im Zeitalter digitaler Wirtschaft“.

Unter all den Stationen seiner beruflichen Karriere ist Sattelberger aber besonders stolz auf die Gründung der ersten Corporate University in Deutschland, der Lufthansa School of Business. Außerdem hat er mit der Selbstverpflichtung der Deutschen Telekom, bis 2015 konzernweit 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen, der Monokultur im Management den Kampf angesagt – und damit auch der ungeheuren Talentverschwendung, die seiner Meinung nach viele deutsche Unternehmen sich bis heute leisten. Er kämpft mit eisernem Willen gegen geschlossene Systeme in Unternehmen, in der Gesellschaft und gegen die daran geknüpfte Chancenungleichheit. „Was das angeht, werde ich niemals die Klappe halten!“

Der heute 72-Jährige ist seit Oktober 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages und Sprecher seiner FDP-Fraktion für Innovation, Bildung und Forschung.

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